Im Gespräch mit Bas Kosters

Künstlerkollaboration Bas Kosters und Bugaboo

Im Gespräch mit Bas Kosters

2019-05-21 - Seit dem ersten gemeinsamen Projekt von Bugaboo mit dem Künstler und Designer Bas Kosters 2005 ist viel passiert. Doch manche Dinge ändern sich nie – die kollaborative Energie, das gegenseitige Austesten der Grenzen, die innovative Design-Ästhetik und natürlich die Freundschaft.

Wir trafen Bas im Amsterdamer World Fashion Centre, um über sämtliche Themen zu sprechen, angefangen bei der ursprünglichen Kollaboration, welche Inspiration dem neuesten Modell der Bugaboo by Bas Limited Edition zugrunde liegt, und wie wichtig es ist, die Vernetzung zu würdigen, im Leben wie im Job.

Denken wir an diese erste Kollaboration im Jahr 2005 zurück. Wie kam diese zustande?
Ich konnte kaum glauben, dass Bugaboo sich für mich entschieden hatte, denn meine Ästhetik war sehr verspielt, aber auch sehr wild. Es hat mich irgendwie überrascht, und ich dachte: "Passiert das wirklich MIR?"
Wie war es für dich als junger Kreativer in der Kunst- und Modewelt, mit einem Kinderwagen-Brand zusammenzuarbeiten?
Der Gedanke kam mir gar nicht, dass es uncool sein könnte, mit einer Kinderwagenmarke zusammenzuarbeiten. Es ist lustig, denn meine Welt ist sehr verspielt, nicht kindisch, sondern verspielt, und viel von meiner Inspiration stammt aus meiner eigenen Jugend, aus Erinnerungen und von alten Bildern von Kinderspielen. Auch wenn meine Ausdrucksweise manchmal nicht für kleine Ohren geeignet ist, glaube ich doch, dass meine Ästhetik sich sehr gut auf die Welt der Kinder anwenden lässt!
Kannst du uns mehr darüber erzählen, wie die Kollaboration verlaufen ist?
Es war einfach eine atemberaubende Erfahrung, denn bis dahin war das eine der größten Sachen, die ich je gemacht hatte. Ich habe einen Konzeptordner mit inspirierenden Bildern zusammengestellt, bei dem es vor allem um die Bindung und Unterstützung ging, die ein Kind zum Großwerden braucht. Ich wollte den Kinderwagen als leere Leinwand benutzen, deswegen haben wir die Kinderwagen komplett weiß gemacht. Ich hatte nicht genügend Platz, um alle Kinderwagen zu bemalen, also bin ich hier (im World Fashion Centre, Amsterdam) im Studio eines Freundes gelandet, um sie alle zu bemalen, und es war eine ziemlich grosse Produktionslinie. Alles wurde weiß angemalt, sogar die Gestelle und Räder. Ich habe jeweils die Bilder mit Transparentpapier auf die Kinderwagen übertragen und sie von Hand gemalt.
Ich war sehr glücklich und zufrieden, dass ich in allem involviert sein konnte — beim Konzipieren der Kampagne und in der Art Direction. Alles war ganz offen, keine Fragen, keine Probleme, nichts stand mir im Weg. Es war einfach fantastisch, das war wirklich, wirklich einer der größten Momente, die mich als Macher geformt haben, deswegen ist das einfach so wertvoll.
"Alles war ganz offen, keine Fragen, keine Probleme, nichts stand mir im Weg. Es war einfach fantastisch, das war wirklich, wirklich einer der größten Momente, die mich als Macher geformt haben, deswegen ist das einfach so wertvoll."

Kannst du uns etwas über die anderen Kollaborationen erzählen, die du mit Bugaboo seit diesem ersten Projekt eingegangen bist?
Ich wusste, dass ich mich jederzeit an Bugaboo wenden kann, wenn ich Unterstützung brauche, beispielsweise für eine Modenschau oder etwas in der Art. Und wenn andererseits Bugaboo einen einzeln angefertigten, handgenähten Kinderwagen für eine Benefizversteigerung oder Ähnliches brauchte, dann war das auch möglich. Es war einfach eine echte Freundschaft. Es ist sehr schwierig, über Jahre hinweg eine Freundschaft aufrechtzuerhalten — das geht tiefer als auf geschäftlicher Ebene, es geht darum, einander wirklich zu mögen und gern zusammenzuarbeiten. Oft ist es bei der Zusammenarbeit mit einem Unternehmen so, dass die Arbeit sich dauernd ändert, und irgendwann ist die Verbundenheit weg, deswegen bin ich einfach sehr glücklich, dass es hier so liebevoll, fruchtbringend und voller Spaß und Freundschaft geblieben ist.

Was hat deinen neuesten Print für Bugaboo inspiriert?
Ich war in China auf einer Inspirationsreise für ein Projekt, und ich wollte dort ein paar Ideen für Bugaboo skizzieren, also hatte ich mein Papier und Bücher und all das dabei. Ich bin nicht sicher, wie ich auf das Thema Verbundenheit gekommen bin, aber das war eins der Dinge, die ich schon ganz früh im Kopf hatte.
"Ich finde, Verbundenheit ist so wichtig, und ich weiss, dass es etwas ist, wonach ich in meiner Arbeit strebe. Ich glaube, das ist auch etwas, was Bugaboo über die Jahre immer vermittelt hat — dass es wichtig ist, mit der Umgebung, mit Freunden und Familie verbunden zu sein… also war der Gedanke schon da."
Nach meiner Rückkehr nach Holland begannen wir, meine Skizzen auszuarbeiten. Wir haben an drei verschiedenen Prints gearbeitet, aber letztendlich finde ich, die Verbundenheit dieser Figuren war einfach so stark. Und es macht einfach Spass, es ist so frei... besonders im finalen Konzept, da weiss man wirklich nicht, was los ist. Schwimmen sie? Fliegen sie? Sind sie im Wasser? Sind sie am Himmel? Sind sie aus einem Flugzeug gehüpft? Es bleibt einfach offen und am Ende ist es ein sehr befreiender und positiver Print, und das finde ich gut.

Welche Eltern entscheiden sich für den Bugaboo by Bas Kinderwagen?
Die Leute, denen er gefällt, fühlen sich sicher von dem positiven Ausstrahlung des Designs angezogen und wollen ihren Stolz zeigen. Wenn man mit diesem Kinderwagen, der so unverblümt ist, hinaus in die Welt geht, dann fällt man auf... Dafür muss man bereit sein. Es ist genau so, wie wenn man ein Baby oder einen Hund hat, die Leute kommen einfach auf einen zu.
Warum passt du deiner Meinung nach auch nach 15 Jahren noch immer gut mit Bugaboo zusammen?
Ich glaube, wir passen sogar noch besser zusammen. Oder vielleicht stimmt das nicht — mir ist jetzt viel mehr bewusst, warum wir gut zusammenpassen. Ich bin viel reifer und mir besser im Klaren darüber, was ich zu bieten habe und was ich mitbringe. Ich hatte immer den Wunsch, wieder an einem Kinderwagen zu arbeiten, also war ich sehr glücklich, als wir uns letztes Jahr zusammensetzten und über ein neues Projekt sprachen. Und in gewisser Weise bringe ich jetzt sogar mehr mit ein, denn ich bin viel bewusster in meiner Art als Macher und Gestalter als damals. Damals war ich viel mehr ein intuitiver Gestalter, und jetzt ist mir viel mehr klar, wo diese Intuition hinführt, und was ich aus ihr machen kann.